The Shape of Time – unerwartetes Pairing!

Für die aktuelle Sonderausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien, „The Shape of Time – Alte Meister im Dialog mit der Moderne“, konnte ich mich über einen Talk mit der großartigen Catherine Opie begeistern.

Nach dem sehr spannenden Talk in dem Kurator Jasper Sharp das Werk von Opie beleuchtet und gemeinsam mit der Künstlerin auch diskutiert hat, blieb aber noch Zeit für einen ersten Blick auf die 19 Paarungen. Und gestern habe ich mich dann noch einer Führung angeschlossen und so nochmal einige der ausgestellten Werke genauer betrachten können.

The Shape of Time – worum geht es?

In der Ausstellung geht es darum jeweils zwei Kunstwerke miteinander in Dialog treten zu lassen. Oft ergänzt auch eines das andere. Oder sie stehen sich gegenüber. Immer gibt es jedenfalls einen Punkt, an dem das Moderne/Zeitgenössische beim Alten einhakt. Dieses „Einhaken“ kann rund um das Motiv passieren, die Perspektive, die (möglichen) Gedanken bzw. Absichten des Künstlers.

Im Video kann man in die Gedankenwelt des Kurators eintauchen und so anhand des Beispiel-Duos „Rubens/Pelzchen mit Lassnig/Iris“ das Konzept besser verstehen.

 

 

Jung versus Perfekt

Sehr ergreifend kombiniert finde ich persönlich auch das „Junge Paar“ von Tullio Lombardo mit den „Perfect Lovers“ von Felix Gonzalez-Torres.

Fotocredit: Kunsthistorisches Museum

Die Arbeiten von Gonzalez-Torres präsentieren sich oft im Zweiergespann. So auch die „Perfect Lovers“; zwei Uhren, die perfekt synchronisiert direkt nebeneinander ticken. Ein romantischer Gedanke, würde da nicht die persönliche Geschichte des Künstlers einen traurigen Hintergrund bieten.

„Time is something that scares me . . . or used to. This piece I made with the two clocks was the scariest thing I have ever done. I wanted to face it. I wanted those two clocks right in front of me, ticking.“

Sein an AIDS erkrankter Partner lag zum Zeitpunkt der Kreation im Sterben. Irgendwann würden die Uhren die Synchronisation verlieren und aufhören zu ticken. Das „Junge Paar“ (Bacchus und Ariadne) von Lombardo, das sich normalerweise in der Antikensammlung des KHM befindet, ist greifbarer, zeigt sich in klassischer Schönheit und scheint – festgehalten im Relief – in ewiger Gemeinsamkeit zu sein. Nahbarer als die abstrakteren Uhren, ist es dennoch nicht finde ich.

Und so ziehen sich Erzählstränge durch die gesamte Sonderausstellung – es gibt also viel zu entdecken und erfahren.

Ausstellungsansicht Tintoretto / Marshall, Foto: © KHM-Museumsverband

Ausstellungsansicht Santvoort / Opie, Foto: © KHM-Museumsverband

Die Talks & Rahmenprogramm

Auf der Microsite zur Ausstellung gibt es viele Insights und Stories, wie z.B. auch die Ableitung des Ausstellungstitels. Von den 4 Talks rund um The Shape of Time liegen noch zwei vor uns:

Montag, 14.5.2018, 19 Uhr
Kerry James Marshall

Montag, 25.6.2018, 19 Uhr
Steve McQueen

Vielleicht sehen wir uns ja 🙂

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