_____TIM NOLAS: From Nose to Coast

us der Serie Sleep Performances, © Anne Glassner, 2020
Credit Teaserbild: Anne Glassner, Ohne Titel, 2020, Foto: Christian Prinz ///

In eine Galerie zu gehen war für mich schon vor Corona oft eine Überwindung. Manchmal klebe ich an den Fenstern und spechtel nach den ausgestellten Werken. Und ja, ich gebe zu: ich habe schon durch Fenster fotografiert. Manchmal mache ich mir auch einen Termin aus und nun hat sich eine neue Möglichkeit aufgetan: Bei _____TIM NOLAS kann man – Corona sei „Dank“ – einen von 30 Besuchslots gewinnen. Mit der Anmeldung (bis 30. Juni) wirft man seinen Namen in den virtuellen Tombola-Topf. Die glücklichen Auserwählten erhalten am 3. Juli die Info, ob sie dabei sein können und die Möglichkeit einen Wunschtermin zu vereinbaren – um dann alleine durch die Show From Nose to Coast zu wandern.

Alleine?

Ok, ganz alleine ist man nicht, denn jeder Slot beinhaltet eine 20-minütige digitale Performance von Anne Glassner (Sleep Performance #14, 2020), mit der live interagiert werden kann. Neben dieser Performance kann man Werke von Maria Grün, Martina Menegon, Marlies Pöschl, Agnes Prammer, Gianna Virginia Prein sehen.

Auf meine Frage, was die Künstlerinnen verbindet, antwortet Kuratorin Cornelia Lein:

Die Arbeiten erzählen alle von Körperbezügen im Spannungsfeld von Individuum und Masse. Zu sehen sind Arbeiten aus den Medien Film, Fotografie, Skulptur, Performance, Publikation und digitale Kunst.

Aus dem Begleittext der Ausstellung

From Nose to Coast erzählt von der Sehnsucht nach Nähe und Distanz. Die Ausstellung beleuchtet Körperbilder im Kontext soziokultureller Narrative und gegenwärtiger digitaler und technologischer Entwicklungen. Zwischen An- und Abwesenheit, potenzieller Berührung und vordefinierter Choreografie werden Körperpolitiken und intime Bezüge von Individuum und Masse räumlich wahrnehmbar.

Happiness is here © Agnes Prammer, 2020

Happiness is here © Agnes Prammer, 2020

Preview

Auf Instagram werden die Inhalte der Ausstellung nur in kleinen Häppchen hergezeigt. Es soll ja noch was übrig bleiben zum Betrachten vor Ort. Oben kann man z.B. einen Ausschnitt aus der Fotoserie Happyness is Here, 2016 von Agnes Prammer sehen. Sie zeigt Besucher*innen im Disneyland Japan. Im Kontrast zur phantastischen Kulisse und den vermeintlichen Versprechungen des Vergnügungsparks, sieht man vereinzelte Menschen an den Randzonen des Parks, vertieft in ihre Smartphones.

 

👉Zur Anmeldung auf der _____TIM NOLAS Website
👉Die Termine werden zwischen 13. und 23. Juli vergeben
👉Mehr Infos auch auf Instagram
👉Fotocredit Beitragsfoto: © Anne Glassner, 2020

 

Über die Kuratorin der Ausstellung: Cornelia Lein

© Cornelia Lein, 2020 Foto: helenawimmer.com

Cornelia Lein ist Künstlerin, Kuratorin und Autorin mit Lebensmittelpunkt in Wien. Zu ihrer Praxis zählen Kuratieren, Schreiben und Publizieren, sowie objekt- und bildbasierte Techniken wie Assemblage und digitale Collage. Nach ihrem Diplom an der Universität für angewandte Kunst Wien gründete sie 2015 den Ausstellungsraum _____TIM NOLAS. In Form von thematischen Gruppenausstellungen erforscht das Projekt die Grenzen kuratorischer und künstlerischer Arbeit. _____TIM NOLAS (rückwärts gelesen Salon mit_____) ist aus dem Wunsch entstanden, mit Künstler*innen in einen Dialog zu treten und auf gesellschaftliche Entwicklungen Bezug zu nehmen. Das Projekt legt Wert darauf nachhaltige Zusammenarbeit und die Sichtbarkeit von Frauen* in der Kunst zu stärken. Mit dem Format kuratorischer Fußnoten – Modelle, Booklets, Objekte – wird die Ausstellungen erzählerisch erweitert und die Position von Künstler*in und Kurator*in mitreflektiert.

 

Kommentar (1)

  1. Pinkback: Parallel Vienna 2020 – Fridays at the museum

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